Nachfolgelösung für Seute Deern in Sicht

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„Dank der Variantenuntersuchung ist es möglich, eine Nachfolgelösung für die abgängige hölzerne Bark Seute Deern zu finden“, erklärte Oberbürgermeister Melf Grantz bei der Vorstellung des vom Magistrat in Auftrag gegebenen Gutachtens. Dieses kommt zu dem Schluss, dass der nahezu originalgetreue Nachbau eines festliegenden Frachtsegelschiffs mit engem Bezug zu Bremerhaven hervorragend geeignet ist, die damalige Bedeutung für den nationalen Schiffbau und die Schifffahrt zu präsentieren. „Zu dieser historischen Dimension kommt die touristische Attraktivität hinzu“, ergänzt der Oberbürgermeister das Ergebnis der Variantenprüfung.

Wegen der hohen Kosten und der schwierigen technischen Herausforderungen eines detailgetreuen Nachbaus der Seuten Deern komme dieser nicht in Betracht, ebenso wenig der Nachbau einer ‚Seuten Deern‘ aus Stahl, da das Besondere an diesem Schiff ja gerade eben seine Holzbauweise sei, so die Gutachter Detlev Löll Ingenierbüro GmbH und judel/vrolijk & co, design – engineering. „Insofern ist es in dem Fall naheliegender, bei einem stählernen Ersatzschiff für die „Seute Deern“, ein anderes historisches Vorbild zu wählen, das dann einen engeren Bezug zu Bremerhaven aufweist und auch für den damaligen nationalen Schiffbau und die Schifffahrt dieser Epoche von kultureller Bedeutung ist.“ Als Vorbild könnte die „Najade“ dienen, die zudem das erste in Deutschland gebaute stählerne Vollschiff darstellt und Beispiel für die seinerzeit hohe Technologie der Tecklenborgwerft ist. Dieses Frachtsegelschiff ist nach Meinung der Gutachter sehr gut geeignet, weg von der Windjammerromantik zu kommen und stattdessen bzw. in Ergänzung zur Faszination des Windjammers die Arbeitswelt, den Warentransport im Seeverkehr und den Welthandel der Zeit von der Gründung Bremerhaven 1827 bis in die 1920er Jahre sinnlich erfahrbar zu machen. In Kombination mit historisch nachempfundenen Land- und Kajenanlagen kann der Warentransport über See, die Ladungsaufnahme, die Stauung der Ladung und der Alltag auf dem Schiff und im Hafen in beeindruckender Weise wiedergegeben werden.

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Eine solche historische Rekonstruktion ist nach Auffassung von Oberbürgermeister Grantz eine Chance auch dafür, den südlichen Anschluss an die Havenwelten mit der Welt des Johann-Jacobus van Ronzelen, des Hafenbauers von Bremerhaven, im Zusammenklang mit dem Deutschen Schifffahrtsmuseum und der Museumsflotte touristisch attraktiv zu gestalten. „Wir können mit den jetzt vorgestellten Plänen zudem die vom Bund geforderte Finanzierung des Unterhalts des Schiffs erbringen durch den Betrieb einer ‚van-Ronzelen-Gastronomie‘ und attraktiven Ausstellungen in und auf dem Schiff.“ So bestehe u. a. die Möglichkeit, aus der Seute Deern ausgebaute Originalteile in Form einer Ausstellung dort zu zeigen und damit auch den Holzschiffbau mit abzubilden.

Mit dieser Variante bleibt die Nachfolgelösung in dem vom Bund vorgegebenen Kostenrahmen. „Ich bin mir sicher, dass dieser Kostenrahmen einzuhalten ist, so dass wir uns nach den entsprechenden Beschlüssen der zuständigen Gremien in Stadt und Land darauf freuen können, möglicherweise schon in drei Jahren ein vollständig neu gestaltetes Areal rund um das südliche Ende des Alten Hafens zu bekommen. Das wird ein Highlight für Bremerhaven“, gibt sich Grantz überzeugt.

 

 

Hintergrund:

 

Kostenaufstellung für diese Variante eines schwimmfähigen, nicht fahrenden Schiffs, das in zwei bis drei Jahren fertiggestellt werden kann:

 

Museumsbau Schiff

Gestehungskosten Schiff                  24.000

Kosten Rigg:                                           3.200

Konstruktions- und Projektkosten       2.400

Gesamt, netto:                                     29.600

Gesamt, brutto (inkl. Um.-St.):          34.336

 

Museumsflotte und Ausstellung

Restaurierung Flotte:                              6.000

Ausstattung/Ausstellung im Schiff:      3.500

Gesamt, brutto:                                       9.500

Gesamt (in Mio €)                                    43,8

Sicherheit                                                    2,2

Gesamtinvest (inkl. Sicherheit)               46,0

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Betrieb

Betriebskosten (p.a.)

Material                                                 – 300 k€

Personal                                               – 200 k€

Einnahmen Museum/Gastronomie + 500 k€

Ergebnis vor Steuer und Abschreibung 0 k€

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