Einbrechen der Nordmole ist ein Desaster

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Oberbürgermeister Melf Grantz ist über das Einbrechen der Nordmole am Geestevorhafen entsetzt:

„Wenn man zynisch sein wollte, könnte man sagen, das war ein Desaster mit Ansage. Ich habe seit Jahren die Verantwortlichen im Senat und bei Bremenports dringlich auf die Notwendigkeit der Sanierung der Nordmole hingewiesen. Was nun geschehen ist, schadet der Stadt Bremerhaven.“

Erst 2018 seien Planungsmittel für die Sanierung der Nordmole vom Senat bewilligt worden. „Offensichtlich gab es nicht einmal eine notdürftige Sicherung des seit 2011 gesperrten Bauwerks. Die Folgen erleben wir heute“, erklärt OB Grantz. Bereits 2012 wurde die Notwendigkeit der Sanierung durch den Senat in einer Vorlage für den Häfenausschuss der Bremischen Bürgerschaft erklärt. Dass zehn Jahre seitdem vergangen sind, ist für den Oberbürgermeister nicht nachzuvollziehen, umso weniger als in den zuständigen Gremien des Landes laufend über das Thema berichtet wurde (Deputation für Wirtschaft, Arbeit und Häfen am 4. 6. 2014, in einer Vorlage für den Haushalts- und Finanzausschuss am 11. 7. 2014, in der Sitzung des Ausschusses für Angelegenheit der Häfen am 1. 6. 2016 sowie im Zusammenhang mit der Aufstellung des Doppelhauhalts des Landes 2018/2019).

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Die Nordmole hat für Bremerhavenerinnen und Bremerhavener eine wichtige Bedeutung als Seezeichen und ist Bestandteil der historischen Ufereinfassung der Einfahrt zur Dockschleuse in den Alten Hafen. Es steht als Seezeichen, das 1914 in Betrieb genommen wurde, seit 2001 unter Denkmalschutz. Die Nordmole befindet sich im Eigentum der Freien Hansestadt Bremen (Land) und liegt im Zuständigkeitsbereich des Sondervermögens Fischereihafen. Der Turm selbst ist ein aktives Leuchtfeuer und steht derzeit im Eigentum des Bundes, vertreten über dessen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung. „Darüber hinaus hatten viele Bremerhavener Bürgerinnen und Bürger eine regelrechte emotionale Beziehung zur Nordmole, die von vielen Menschen genutzt wurde, um sich dort ein wenig Seewind um die Nase wehen zu lassen, und das gerne auch zu zweit. Dass dieses Bauwerk nun zusammenbricht, tut richtig weh“, sagt Grantz. Jetzt müsse dringend alles getan werden, um die Schifffahrt in den Geestevorhafen und in den Fischereihafen sicherzustellen. „Dass diese Havarie nun auch noch zu den Maritimen Tagen geschehen musste, schmerzt zusätzlich.“

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