SEUTE DEERN: Bergung gelungen

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Foto:Colleen_Lansnicker

Den Bergungsexperten ist es am Sonntag, 22. September, im
zweiten Anlauf gelungen, die SEUTE DEERN zu heben. Der 100 Jahre alte
Traditionssegler war am 30. August mit Wasser vollgelaufen, auf den
Grund des Alten Hafens abgesackt und musste aufwendig gesichert werden.
Am Samstag, 21. September, wurde mit dem Abpumpen begonnen. Dieser erste
Versuch musste abgebrochen werden, da die Leistung der Pumpen nicht
ausreichte. Der zweite Anlauf mit zusätzlichen Hochleistungspumpen des
Technischen Hilfswerks (THW) war am Sonntagnachmittag erfolgreich. 

Bei
den Mitarbeitenden des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) /
Leibniz-Institut für Maritime Geschichte und den Bergungsexperten ist
die Erleichterung groß. „Ich freue mich, dass die Hebung der SEUTE DEERN
gelungen ist und bedanke mich bei allen Einsatzkräften und unserer
DSM-Mannschaft herzlich für ihr stets umsichtiges Handeln. Auch dem THW
sind wir sehr dankbar, dass es die Arbeiten am Sonntag mit zusätzlichen
Pumpen unterstützt hat“, sagte Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner,
Geschäftsführende Direktorin des Deutschen Schifffahrtsmuseums. Am
Dienstag soll der Bergungseinsatz offiziell beendet werden. Die
Gesamtdauer der Arbeiten entspricht damit dem geplanten Zeitrahmen. Tim
Cordßen, Staatsrat bei der Senatorin für Wissenschaft und Häfen, dankte
allen Einsatzkräften dafür, dass die Bergung zeitgerecht erfolgen
konnte.

Um 12.45 Uhr starteten die Mitarbeiter des
Bergungsunternehmens BVT Chartering und Logistics GmbH und des THW die
leistungsstarken Lenzpumpen. So konnten acht Millionen Liter pro Stunde
aus der SEUTE DEERN befördert werden. Gegen 14 Uhr war ein erstes klares
Aufschwimmen des Schiffes erkennbar.

Während die Pumpen das
eingedrungene Wasser aus dem Schiffsrumpf beförderten, beobachteten die
Bergungsexperten genau jede Bewegung der SEUTE DEERN. Außerdem
kontrollierten sie durchgehend die Wasserstände an Heck, Mitte und Bug.
Durch das Befüllen der Hebesäcke mit Druckluft konnten Schräglagen
ausgeglichen werden. Mit ihrem eigenen Auftrieb löste sich die SEUTE
DEERN aus dem Schlick am Grunde des Museumshafens und stieg auf.

Die Pumpen liefen, bis das Schiff eine stabile Schwimmlage erreicht
hatte. Spezialisten in Überlebensanzügen gingen an Bord, um die Pumpen
nachjustieren zu können. Der Vorgang dauerte insgesamt rund vier
Stunden. Um ein erneutes Absacken des Schiffes zu verhindern, befördern
Lenzpumpen von BVT bei Bedarf weiterhin Wasser aus dem Schiffsrumpf.

In den kommenden Tagen wird rund um die Uhr eine Wache abgestellt sein,
die auf Leckagen achtet. „Ich bin nach unruhigen Tagen und Nächten
glücklich und erleichtert, dass die SEUTE DEERN geborgen werden konnte“,
sagte Dr. Lars Kröger, Projektleiter am Deutschen Schifffahrtsmuseum
für die geplante Sanierung der SEUTE DEERN sowie für die Umgestaltung
des Museumshafens.

Die Experten von Möller Survey machen sich in
den kommenden Tagen ein umfassendes Bild vom Zustand des Museumsschiffs
und prüfen, inwieweit es durch die Havarie zusätzlichen Schaden
genommen hat. Mit den Vorarbeiten für die Bergung hatten die Fachleute
am 9. September begonnen. Unter anderem waren Rahen und Gaffeln sowie
Teile der Masten entfernt worden, um das Schiff leichter zu machen und
für die Bergung zu stabilisieren. Taucher spülten Teile des im Schlick
steckenden Kiels frei, um Gurte unter dem Schiff zu spannen, an denen
die Hebesäcke befestigt wurden. An dem Einsatz waren insgesamt fast 60
Kräfte von BVT, Möller Survey, THW und DSM beteiligt.
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