Obdachlose, drogenabhängige und sich prostituierende Frauen brauchen spezielle Hilfsangebote

Fachübergreifender Workshop zu Anforderungen im Land Bremen

Die Drogenabhängigkeit von Frauen und Mädchen steigt – ein Trend, den Fachleute auch für das Land  Bremen bestätigen. Um diese Entwicklung und geeignete Unterstützung für drogenabhängige, obdachlose und sich prostituierende Frauen und Mädchen geht es heute in der Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten (ZGF). Hier treffen sich rund 60 Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Fachrichtungen zu dem Workshop „Nicht länger durch die Maschen fallen! Ein Sicherheitsnetz für Frauen* mit besonderem Schutzbedarf“, um Anforderungen für spezielle Hilfsangebote zu erarbeiten und um ein breites Netzwerk zu bilden. Beteiligt sind Mitarbeitende von Wohnungslosenhilfe, Beratungsstellen, Klinken, Polizei, Verwaltung, Frauenhäuser, unterschiedlichen Nichtregierungsorganisationen sowie Streetworker aus Bremen und Bremerhaven.

„Obdachlose, drogenabhängige und sich prostituierende Frauen haben einen besonderen Schutzbedarf. Denn sie sind überproportional von Ausbeutung, sexueller Gewalt oder psychischem Missbrauch betroffen. In ihrer Situation finden sie nur schwer Schutz und ihre Gewalterfahrungen werden häufig nicht angemessen wahrgenommen. Sie sind daher dringend auf mehr Hilfe und Unterstützung angewiesen. Doch im Land Bremen fehlt es an Angeboten, da beispielsweise Frauenhäuser und Obdachlosenunterkünfte drogenabhängige Frauen nicht aufnehmen“, erklärt Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm.

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Ein Viertel der Drogenabhängigen in Bremen ist weiblich
Laut dem Internationalen Suchtkontrollrat nimmt die Drogenabhängigkeit von Mädchen und Frauen weltweit zu. Ein Trend, den Streetworker auch in Bremen beobachten. In der offenen Drogenszene der Stadt Bremen sind rund 25 Prozent der Konsumierenden weiblich. Um für die Frauen Hilfs- und Schutzangebote im Land Bremen anbieten zu können, wird im Rahmen des Bremer Landesaktionsplans gegen Gewalt an Frauen bis zum Ende dieses Jahres die Erarbeitung eines Konzepts zu einer Notunterkunft finanziert. Erstellt wird es von dem sozialen Träger comeback gGmbH, der in Bremen Hilfen für drogenabhängige Menschen anbietet. Die Ergebnisse des heutigen Workshops fließen in das Konzept ein.

Schutzunterkunft und mehr Präventions- und Beratungsangebote nötig
„Ein Konzept für eine Notunterkunft für obdachlose, drogenabhängige und sich prostituierende Frauen und Mädchen, in das die Expertise vieler unterschiedlicher Stellen eingeflossen ist, ist ein erster wichtiger Schritt. Doch den Frauen wird nur geholfen, wenn das Land Bremen anschließend auch die notwendigen finanziellen Mittel für die Einrichtung und den Betrieb eines solchen Schutzraumes bereitstellt. Hier muss die Politik bei den anstehenden Haushaltsverhandlungen Nägel mit Köpfen machen“, fordert die Landesfrauenbeauftragte. „Außerdem müssen wir mehr dafür tun, dass Frauen und Mädchen erst gar nicht in solche Notlagen geraten. Dafür müssen Präventionsangebote und Beratungsmöglichkeiten zu geschlechtsspezifischer Gewalt ausgebaut werden. Aktuell deckt das Angebot im Land Bremen nicht die Nachfrage, beziehungsweise es bestehen lange Wartezeiten. Das ist unverantwortlich, denn es sind Gewalterlebnisse, die Mädchen und Frauen oftmals überhaupt erst in die Drogenabhängigkeit führen“, so Wilhelm.

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