Internationaler Tag gegen Rassismus

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  • Bremen ist eine offene und vielfältige Gesellschaft, wir stellen uns Intoleranz und Diskriminierung entgegen und arbeiten für ein gesellschaftliches Klima, das von Respekt und Toleranz geprägt. Wir wissen aber auch, dass in unserem von Vielfalt geprägten Bundesland viele Menschen von Rassismus betroffen sind. Wir sind gefordert, dagegen vorzugehen. In Bremen darf kein Platz sein für Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Diskriminierung jeder Art.“ Mit diesen Worten betonte Sozial- und Integrationssenatorin Anja Stahmann anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus der Vereinten Nationen am morgigen 21. März 2023 die Haltung des Bremer Senats.

„Rassismus und seine Wirkweisen gehen uns alle an“, sagte Senatorin Stahmann weiter, „ob wir im Alltag unmittelbar betroffen sind oder nicht. Es ist die Aufgabe von uns allen, auf Rassismus aufmerksam zu machen, und uns gegen ihn zu stellen.“ So habe die Bremische Bürgerschaft einen handlungsbezogenen Landesaktionsplan gegen Rassismus in Auftrag gegeben, an dem zurzeit unter enger Einbeziehung der Zivilgesellschaft gearbeitet werde. „Es geht darin unter anderem um die Sensibilisierung von Gesellschaften und Behörden, die Stärkung antirassistischer Bildungsarbeit in Kindergärten, Krippen, Schulen und außerschulischen Lernorten sowie die Schaffung einer regelmäßig aktualisierten und landesspezifischen wissenschaftlichen Grundlage für den Ausbau und die Anpassung von Präventionsmaßnahmen.“

Die Senatorin erinnerte in diesem Kontext an Veranstaltungen zum Tag der Integration am 1. Februar in der Oberen Rathaushalle und den hybriden Fachtag „Institutioneller Rassismus – Wirkungsweisen und Gegenstrategien in öffentlichen Verwaltungen“ am 14. März unter bundesweiter Beteiligung von 480 Vertreterinnen und Vertretern aus Ämtern und Behörden sowie Politik und Nichtregierungsorganisationen.

Veranstaltung drei Jahre nach den rassistischen Morden von Hanau

Dabei wies die Senatorin abschließend hin auf eine Veranstaltung des Bremer Rates für Integration in Zusammenarbeit mit dem Focke-Museum und der Sozialbehörde zum dritten Jahrestag der rassistischen Mode von Hanau im Rahmen der bundesweiten Veranstaltungen zur Aktionswoche der Solidarität mit den Gegnern und Opfern von Rassismus. „Angehörige und Initiativen fordern Aufklärung: Welche Konsequenzen wurden gezogen und welche Fragen sind weiterhin ungeklärt?“

Der Vater und die Schwester des ermordeten 22-Jährigen Hamza Kurtović, Armin und Ajla Kurtović, wollen im Rahmen dieser Veranstaltung auf die vielen bisher gar nicht oder nur unzureichend geklärten Fragen eingehen. Am 19. Februar 2020 hatte ein rechtsradikaler Attentäter in der hessischen Stadt Hanau gezielt neun Menschen ermordet, die er als „fremd“ angesehen hatte: Wie konnte es zu dem Anschlag kommen? Wieso konnte er nicht verhindert werden? Weshalb sind die Umstände des Anschlags immer noch nicht vollständig aufgeklärt und welche Lehren können wir aus dem Fall ziehen? Drei Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau fordern Angehörige der Opfer, dass politische Verantwortung übernommen wird für die zahlreichen Ermittlungspannen und Fehler beim Polizeieinsatz.

Mit dabei sind auch Sermin Riedel, Polizeibeauftragte des Landes Bremen / Feuerwehrbeauftragte der Stadt Bremen sowie Prof. Dr. Daniela Hunold, Professorin für Soziologie an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

Das Shirt gibt es hier:http://bit.ly/bremerhavenshirts

Freitag, 24.03.2023 um 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr)
Focke Museum, Schwachhauser Heerstraße 240

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