Digitalisierungs-Stopp bei Fahrschulen: Online-Theorieunterricht droht das Aus

  • Zum Jahreswechsel droht das Ende des Online-Theorieunterrichts an Fahrschulen, weil Ausnahmegenehmigungen auslaufen.
  • Praktische Fahrschulprüfungen gingen 2020 um mehr als 11 Prozent zurück und es fehlten bereits 17.000 Fahrlehrer:innen.
  • Durch digitalen Theorie-Unterricht können Fahrschulen mehr Kapazitäten in die praktische Ausbildung investieren und mehr Schüler:innen betreuen.

Berlin, 13. Dezember 2022 – Digitalem Theorieunterricht an deutschen Fahrschulen droht das Aus. Im Zuge der Corona-Pandemie hatten Behörden bundesweit Fahrschulen Ausnahmegenehmigungen erteilt, Theorie-Unterricht online anzubieten. Die Online-Fahrschul-Plattform drivEddy (https://www.driveddy.com/) startete im Mai 2020 das erste deutschlandweite Angebot für Online-Theorieunterricht. Zum Jahresende 2022 laufen diese Ausnahmeregelungen aus. Fahrschulen fehlt die Planungssicherheit für 2023 und Fahrschüler:innen drohen wieder längere Wartezeiten und enge Unterrichtsräume.

Rückgang der Fahrschulprüfungen seit der Corona-PandemieNach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts ging 2020 die Anzahl abgelegter theoretischer Prüfungen um mehr als sieben Prozent bzw. rund 130.000 auf etwa 1,68 Millionen im Vergleich zum Vorjahr zurück. Bei Praxis-Prüfungen war es sogar ein Rückgang um mehr als elf Prozent bzw. fast 200.000 auf etwa 1,55 Millionen. Auch im Jahr 2021 wurden nicht die Prüfungszahlen von 2019 erreicht.

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Unabhängig vom bundesweiten Einbruch der Fahrschulprüfungen befindet sich das deutsche Fahrschulwesen in der Krise: Schon 2020 fehlten deutschlandweit gut 17.000 Fahrlehrer:innen. Deswegen sind Wartezeiten für Fahrschüler:innen auf die theoretische oder praktische Ausbildung von mehreren Monaten keine Seltenheit.

„Digitaler Theorie-Unterricht ist ein hervorragendes Mittel, um Wartezeiten für Schüler:innen zu verkürzen und dem Mangel an Fahrlehrer:innen zu begegnen: Fahrschulen können den Theorie-Unterricht von kooperierenden Partnern durchführen lassen und die freien Kapazitäten in die praktische Ausbildung investieren. Zudem können sie mehr Fahrschüler:innen für die Ausbildung gleichzeitig unter Vertrag haben und sie sind in ihrem Angebot flexibler”, erklärt Robin Stegemann, CEO und Mitgründer von drivEddy.

Digitalisierung als Weg aus der FahrschulkriseEin Bundesgesetz sieht für die Theoriekurse den Präsenzunterricht vor. Seit Mai 2020 gibt es Ausnahmeregelungen, die Online-Theorieunterricht erlauben. Das ermöglichte es, Hygienemaßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie einzuhalten und die Wartezeiten für Fahrschüler:innen zu begrenzen.

Stefan Lieser von der Fahrschule Lieser in Berlin berichtet von seiner Erfahrung:„Seit gut eineinhalb Jahren bieten wir digitalen Theorie-Unterricht über die Kooperation mit drivEddy an. Wir lassen beispielsweise einen Teil des Unterrichts online von anderen Fahrschulen durchführen. Die Rückmeldungen von Lehrer:innen und Schüler:innen sind sehr positiv. Ich muss weniger Theoriekurse vorbereiten oder halten und habe so mehr Zeit für die praktische Fahrausbildung. Nebenbei kann ich über die App schauen, wo meine Schüler:innen gerade im Lernstoff sind. Zudem freuen sich Fahrschüler:innen, die einen Anfahrtsweg von zehn oder 15 Kilometer haben, wenn sie den Theorieunterricht von zu Hause aus absolvieren können und so Zeit sparen.”

Fahrlehrer-Beruf attraktiver machenDigitaler Theorie-Unterricht macht den Fahrlehrer-Beruf flexibler: Theorie-Unterricht kann nach Bedarf vor Ort oder online über einen Kooperationspartner angeboten werden. Deswegen kann es auch ausreichen, weniger Räume für den Theorie-Unterricht anzumieten und so Kosten einzusparen. Außerdem befürworten nach einer Umfrage von drivEddy unter 10.000 Fahrschüler:innen 85 Prozent ein Online-Angebot, während bisher nur 20 Prozent davon Gebrauch machen konnten.

Ministerium für Digitales und Verkehr lässt sich bei Digitalisierung ausbremsenNoch im Januar 2022 hatte der Bundesverkehrsminister Volker Wissing erklärt, mit dem Online-Theorieunterricht Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Ende September hatte das Ministerium zudem bei einem Treffen mit Branchenverbänden zugesagt, den Online-Theorieunterricht weiter zu ermöglichen. Aber bis jetzt gibt es keine Entscheidung, wie es 2023 mit der Online-Theorie weitergeht. „Es ist unverständlich, warum das Bundesministerium für Verkehr und Digitales hier so zögerlich vorangeht und damit Treibern der Digitalisierung das Leben schwer macht”, erklärt Robin Stegemann, CEO und Mitgründer von drivEddy. „Leider wehren sich alteingesessene Verlage und Teile der Fahrschul-Lobby noch immer gegen die Digitalisierung im Fahrschulwesen.”

Robin Stegemann, CEO und Mitgründer von drivEddy, kommentiert den drohenden Digitalisierungs-Stopp im Fahrschulwesen: „Ein Digitalisierungs-Stopp wäre für die Fahrschüler:innen auch deswegen ein Rückschlag, weil digitale Lernformate die Durchfallquote in der praktischen Prüfung senken können: Während derzeit meistens Theorie- und Praxisstunden parallel absolviert werden, können durch den digitalen Unterricht zuerst die Theoriestunden abgeschlossen werden und so die Schüler:innen besser vorbereitet in die Praxis gehen. Vor diesem Hintergrund ist eine zeitnahe Verlängerung des Online-Theorieunterrichts dringend notwendig, worauf eine gesetzliche Regelung folgen sollte.

Der Theorie-Unterricht an Fahrschulen ist gerade ein trauriges, absurdes Beispiel in puncto Digitalisierung in Deutschland: Sie hilft seit über zwei Jahren, Missstände zu beseitigen und kann einfach umgesetzt werden. Trotz der klar überwiegenden Vorteile droht jetzt das Aus. Das wäre ein herber Rückschlag für Fahrschüler:innen und für alle Beteiligten, die seit Jahren nach kreativen, effizienten und erfolgreichen Lernmethoden für das Fahrschulwesen suchen.”

Hier finden Sie eine Übersicht zu den abgelegten Führerscheinprüfungen seit 2017.Über drivEddydrivEddy (www.drivEddy.com) bietet Fahrschulen und Fahrschüler:innen eine moderne Plattform, App und Software zur Zusammenarbeit, Buchung von Stunden, sowie zum Lernen von Theorie-Inhalten. Um neben der App & Software auch einen Online-Theorie-Service direkt über eigene Fahrlehrer:innen anbieten zu können, gründeten Robin Stegemann und Lasse Schmitt 2020 zusätzlich die Eddy Bildung GmbH, mit eigener Fahrschul-Lizenz. Hier wurden fortan eigens in Online-Theorie ausgebildete Fahrlehrer angestellt, die täglich Online-Theorie mit großem Erfolg lehren. Zwischen 2020 und 2022 wurden hier über 15.000 Fahrschüler:innen mit und von über 250 Partnerfahrschulen ausgebildet.

Das Unternehmen mit Sitz in Berlin wurde 2018 gegründet.

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