Land Bremen mit einem Gemeinschaftsstand auf der Expo Real 2022

MŸnchen WFB Wirtschaftsfšrderung Bremen Messe Expo Real 2019 Immobilienmesse Bremenstand Bremen-Tag 07.10.2019 Standgeschehen und Standrundgang der Senatorinnen mit Informationen der einzelnen Firmen

Revitalisierung von Industriebrachen und nachhaltige Quartiersentwicklung

Nachdem die Expo Real, eine der wichtigsten Fachmessen für Immobilien und Investitionen in Europa, in den letzten beiden Jahren pandemiebedingt gar nicht oder nur in verschlankter Form stattfinden konnte, wird sie dieses Jahr vom 4. bis 6. Oktober wieder regulär in München ausgerichtet. Das Land Bremen ist mit einem 200 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand und 26 ausstellenden Unternehmen vor Ort wieder anwesend und stellt interessierten Fachbesucher:innen innovative und zukunftsorientierte Immobilienprojekte vor.

Bremen/Bremerhaven, 29. September 2022. Trotz zwei besonders herausfordernden Pandemie-Jahren konnte das Land Bremen 2021 auf positive Entwicklungen zurückblicken. Im vergangenen Jahr hat die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH 47,1 Hektar Gewerbeflächen vermarktet – mehr als doppelt so viel wie ursprünglich prognostiziert. Davon profitiert Bremen als Ganzes: durch Erlöse in Höhe von 28,11 Millionen Euro, durch 4.037 gesicherte und 439 neu geschaffene Arbeitsplätze und durch dadurch angeschobene privatwirtschaftliche Investitionen in Höhe von 177,15 Millionen Euro am Standort. Wie aus den Ergebnissen des vor kurzem veröffentlichten Immobilienmarkt-Reports 2022 für Bremen hervorgeht, erreichte auch der Bremer Bürovermietungsmarkt 2021 einen neuen Höchstwert von rund 145.000 Quadratmetern und knackt dabei zum vierten Mal in Folge beim Flächenumsatz die 100.000-Quadratmeter-Schallmauer.

Auf der Expo Real 2022 präsentiert sich das Land Bremen als interessanter und leistungsstarker Wirtschafts- und Immobilienstandort. Im Auftrag der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa der Freien Hansestadt Bremen organisiert die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH den gemeinschaftlichen Messeauftritt, auf dem 26 Bremer und Bremerhavener Mitausstellende ihre innovativen und besonderen Stadtentwicklungsprojekte vorstellen. Nach den letzten beiden Corona-Jahren zeigt die hohe Partizipation der Bremer und Bremerhavener Unternehmen am Gemeinschaftsstand, wie wichtig die Immobilienwirtschaft für das Land Bremen ist.

Bremen entwickelt sich zur Stadt der Quartiere

Einige der wichtigsten Projekte, die das Land Bremen und seine Mitausstellenden auf der diesjährigen Immobilienfachmesse präsentieren, rücken die Revitalisierung stillgelegener Industriestandorte in den Fokus, mit dem Ziel, attraktive und nachhaltige Büro- und Wohnquartiere zu entwickeln. „Das Land Bremen verfügt über viele interessante Standorte, die sehr gute Rahmenbedingungen für gemischt genutzte „Zukunftsquartiere“ bieten und dadurch das Potenzial haben, die einzelnen Stadtteile aufleben zu lassen“, so Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa. „Mit einem Gesamtkonzept aus Wohn-, Arbeits- und Freizeitangeboten sind diese Quartiere nicht nur für Bremer Unternehmen und Start-ups interessant, sondern können auch Investierende aus anderen Regionen anziehen.“

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Allen voran tritt dabei das Tabakquartier der Projektentwicklungsgesellschaft Justus Grosse in Woltmershausen als nachgefragter Standort in Erscheinung. Auf dem 20 Hektar großen Gelände einer ehemaligen Zigarettenfabrik entsteht nun nach und nach ein modernes Quartier mit einem vielfältigen Mix aus Arbeit, Wohnen, Kultur und Freizeit. 300 Unternehmen sind bereits vor Ort eingezogen, 75.000 Quadratmeter Gewerbefläche sind inzwischen vermietet, 24.000 weitere sind im Bau oder in der Planung.

In einem gemeinsamen Projekt arbeiten die SPECHT Gruppe und die STEFESpro GmbH, Mitausstellerin auf dem Gemeinschaftsstand des Landes Bremen, an der Revitalisierung einer Industriebrache der ehemaligen Silberwarenmanufaktur Koch & Bergfeld in der Bremer Neustadt. Dabei wird der Erhalt des historischen, denkmalgeschützten Ensembles berücksichtigt. Neben der Entwicklung von sechs neuen Wohngebäuden mit 120 Einheiten entstehen sozialgeprägte Kindertagesstätten und Seniorenwohnungen, neun Kreativ-Lofts mit Atelier-Galerie-Angebot sowie Open-Space-Flächen, Sporteinrichtungen und Gastronomie. Ein Mobilitätskonzept sowie energieeffiziente Bauten sind ebenfalls vorgesehen.

Visualisierung aus dem städtebaulichen Konzept „LUNE DELTA“. in Bremerhaven

Auch die ehemalige Silberwarenmanufaktur Wilkens im Stadtteil Hemelingen soll neues Leben eingehaucht bekommen. Bis Ende 2023 soll dort ein weiterer Standort der Union Brauerei entstehen. Geplant sind eine neue Brauerei mit Restaurant, Veranstaltungsräumen und Biergarten sowie ein erweiterter Standort für die Union Kaffeerösterei.

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Fokus der Bremer Immobilienwirtschaft

Von der Kellogs Fabrik zum modernen Stadtquartier: Auf 25.000 Quadratmeter entstehen neue Räume für Arbeit, Leben und Freizeit – unter anderem das Hotel John and Will

Für eine zukunftsorientierte „Stadt der Quartiere“ spielt das Thema Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle. Dabei geht es unter anderem darum, die neuen Gewerbe- und Wohngebiete energieeffizient zu gestalten und sie mit erneuerbaren Energien zu versorgen, Grünflächen zu schaffen oder auszubauen und Mobilitätskonzepte zu entwickeln, eine gute Anbietung an die öffentlichen Verkehrsmittel zu gewährleisten, das Radwegenetz auszubauen und Carsharing sowie Elektro- und Wasserstoffmobilität anzubieten. „In Zukunft werden Nachhaltigkeit und Energieeffizienz den neuen Standard darstellen“, so Dr. Maike Schaefer, Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau. „Das Land Bremen setzt heute schon die Weichen, um sich auch morgen als attraktiver und wettbewerbsfähiger Gewerbe- und Immobilienstandort zu positionieren. Dafür haben wir erneut ein Wohnraumförderprogramm mit einem Gesamtvolumen von knapp 50 Millionen Euro aufgelegt, was an die Effizienzhausstufe 40 geknüpft ist. Damit sind wir bundesweit führend. Gleichzeitig fördern wir damit weiter 30 Prozent soziale Wohnraumquote. Mit diesen Projekten tragen wir zur Konversion von gewerblichen Brachen, der Transformation von stadtbedeutsamen Standorten und zur Innenentwicklung bei. Dies alles erfolgt beispielgebend mit kontinuierlicher Kommunikation, frühen Vereinbarungen zwischen der Stadt Bremen und den Investoren sowie dem gemeinsamen Verständnis für visionäre Lösungen.“

Mit seinem SPURWERK verfolgt zum Beispiel der Bremer Projektentwickler Peper & Söhne ein nachhaltiges und ressourcenschonendes Gesamtkonzept. Auf dem rund 90.000 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Neustadtgüterbahnhofs soll nach und nach ein modernes Areal für Gewerbe, Handwerk und urbane Manufakturen entstehen. So sollen beispielsweise für die Heizungs- beziehungsweise Kühlungsleistung des Quartiers keine fossilen Brennstoffe verwendet und mindestens 50 Prozent der Dächer mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Auch großzügige Ladekapazitäten für die öffentliche E-Mobilität sind eingeplant. Dabei strebt das SPURWERK das Zertifikat für nachhaltige Quartiere der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) an. Dieses bewertet ökologische, ökonomische, soziokulturelle, funktionale, technische und Prozessqualität.

In Bremerhaven tut sich ebenfalls einiges im Bereich der nachhaltigen Gewerbeentwicklung. Mit dem nachhaltigen Gewerbegebiet LUNE DELTA – dem ersten seiner Größe in Deutschland – bereitet die BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung im Auftrag der Grundstückeigentümerin BEAN (Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter / Neuer Hafen mbH & Co. KG) den Boden für die Green Economy. Besonders wichtig dabei: Jedes Gebäude soll hier zu 100 Prozent über erneuerbare Energien versorgt werden. Zum ganzheitlichen Ansatz gehört auch ein klimagerechtes Mobilitätskonzept. Das Quartierskonzept wurde von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit dem Vorzertifikat in Platin ausgezeichnet. Als erstes Leuchtturmprojekt wird hier ein rezyklierbares Gründerhaus aus nachwachsenden Rohstoffen entstehen. Ressourcen werden als Leihgabe betrachtet – und Nutzer:innen aktiv zum Energiesparen motiviert. Das Gebäude wird auf der Messe Expo Real von der DGNB mit dem Vorzertifikat in Platin ausgezeichnet werden.

Auch das Werftquartier im Bremerhavener Stadtteil Geestemünde glänzt durch sein Nachhaltigkeitskonzept. Die Nähe zum Wasser, zum Grünen und zum Stadtzentrum in Kombination mit der Verfügbarkeit von Freizeitaktivitäten, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Kitas bilden den Rahmen für einen lebenswerten und nachhaltigen Lebensstil. Das Werftquartier umfasst im Kern ein circa 73 Hektar großes Planungsgebiet mit rund 600.000 Quadratmetern neuer Bebauung.

Neben der ökologischen Nachhaltigkeit setzen die Bremer und Bremerhavener Projektträger:innen vermehrt auf die soziale Säule der Nachhaltigkeit: Barrierefreiheit, Kindertagesstätten, Wohnungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren zugeschnitten sind, sowie kulturelle und Freizeitangebote bilden ein Rundumpaket innerhalb der einzelnen Quartiere und ermöglichen ein Miteinander vielfältiger und diverser Zielgruppen.

Wiederbelebung der Innenstadt durch Wettbewerbe

Neben dem Fokus auf die Stadtteilentwicklung bleibt die Wiederbelebung der Innenstadt ein zentrales Thema für die Bremer Immobilienwirtschaft. Auf bundesweiter Ebene befinden sich Innenstädte im Wandel und müssen sich neue, innovative Konzepte überlegen, um Kundinnen und Kunden anzulocken. Bereits 2020 beschloss der Bremer Senat unter dem Motto „Bremen wird neu“ das Aktionsprogramm Innenstadt und später den Zukunftsfonds Innenstadt, um die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern. Dabei setzte die Initiative unter anderem auf verschiedene Innenstadt-Wettbewerbe, durchgeführt von der Wirtschaftsförderung Bremen. Damit sollen leerstehende Flächen wiederbelebt werden und sowohl Gründer:innen und Start-ups als auch alt eingesessenen Akteurinnen und Akteure vor Ort erhalten die Chance, innovative und kreative Konzepte in der Bremer Innenstadt zu realisieren. „Der Einzelhandel steht nicht erst seit der Corona-Pandemie vor besonderen Herausforderungen. Um Kundinnen und Kunden weiterhin oder wieder zu begeistern und im Wettbewerb mit dem Onlinehandel zu bestehen, braucht es neue und individuelle Konzepte wie beispielsweise die Pop-up-Store-Wettbewerbe, die besondere Einkaufserlebnisse bieten“, erläutert Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt.

Nach dem erfolgreichen Start der Wettbewerbe im Jahr 2020, ging es 2021 in die nächste Runde, unter anderem mit dem Wettbewerb „Pop-up-Store Gastro“ und dem zweiten Pop-up-Store-Wettbewerb für den Einzelhandel. Bis Ende 2022 können die insgesamt vier Gewinner:innen der beiden Wettbewerbe ihre innovativen Konzepte mietfrei in der Bremer Innenstadt präsentieren.

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