Bremerhaven: ZGF fordert Frauenhauszugang für alle Frauen

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Morgen (25. November) ist Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

„Bremerhaven ist strukturell nicht ausreichend aufgestellt, wenn es um den Schutz von Frauen vor Gewalt geht. Die Schutzplätze für Frauen müssen dringend erhöht werden und der Zugang zum Frauenhaus muss für alle Frauen ermöglicht werden. Dies ist derzeit nicht der Fall“, kritisiert Clara Friedrich, Leiterin des Bremerhavener Büros der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichstellung der Frau (ZGF), anlässlich des morgigen Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen. So genannten Selbstzahlerinnen – alle Frauen, die nicht in den sozialen Leistungsbezug fallen – ist der Zugang zum Frauenhaus oft aufgrund finanzieller Hürden erschwert. Auch behinderte Frauen haben aktuell keine Möglichkeit im Frauenhaus unterzukommen, weil barrierefreie Räumlichkeiten fehlen. Ein im Rahmen der letzten Haushaltsberatungen angekündigter Sockelbetrag für das Frauenhaus, der allen Frauen Zugang zu Schutz ermöglichen soll, ist bisher nicht beschlossen.

In der Seestadt gibt es zudem weitere Lücken im Hilfesystem, so fehlen spezialisierte Beratungsangebote etwa zu digitaler oder sexualisierter Gewalt. „Das hat der Prozess zur Erstellung des Landesaktionsplans zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, an dem viele Bremerhavener Akteurinnen und Akteure engagiert mitgearbeitet haben, noch einmal deutlich gezeigt“, so Friedrich. Auch in anderen Bereichen, die geschlechtsspezifische Gewalt betreffen, muss nachgebessert werden. So gibt es bereits gute Ansätze für Präventionsarbeit, aber eine ausreichende Finanzierung fehlt ebenso wie übergreifende Standards. Eine Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul Konvention in Bremerhaven war im Gespräch, wurde aber nicht eingesetzt.

Die ZGF fordert anlässlich des morgigen Internationalen Tags gegen Gewalt gegen Frauen die Verantwortlichen in Bremerhaven auf, zu handeln: „Bremerhaven braucht ein ausreichendes und finanziell abgesichertes Schutz- und Beratungsangebot. Spätestens mit der Ratifikation der Istanbul-Konvention hat die Kommune dies sicherzustellen, aber bislang ist zu wenig geschehen. Eine Koordinierungsstelle auf kommunaler Ebene ist ebenso dringend notwendig, damit die Interventionskette bei Gewalt greift. Die Stadt Bremerhaven muss hier Verantwortung übernehmen, um Frauen gezielt vor geschlechtsspezifischer Gewalt zu schützen, und das Land darf die Kommune dabei nicht alleine lassen.“

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Hintergrund

In Deutschland wird jede dritte Frau mindestens einmal im Leben Opfer physischer und/oder sexueller Gewalt. Jede Vierte erlebt Gewalt innerhalb oder nach einer Partnerschaft. Die Zahl der Betroffenen von Partnerschaftsgewalt stieg laut der aktuellen polizeilichen Kriminalstatistik in 2020 um 4,4 Prozent. Über 80 Prozent aller Betroffenen von häuslicher Gewalt sind weiblich, bei sexueller Gewalt und Übergriffen sind es 98 Prozent. Der 25. November wurde von den Vereinten Nationen 1999 als Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen ausgerufen. Am selben Tag im Jahr 1960 wurden die Mirabal-Schwestern, Frauenrechtsaktivistinnen aus der Dominikanischen Republik, brutal ermordet. Im Land Bremen wird seit letztem Jahr eine offizielle Landesflagge zum 25. November gehisst.

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