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Unser maritimer Standort hat die internationale Wachstumsschwäche 2016 gut verkraftet


Hafengesellschaft bremenports und TFG Transfracht begrüßen 150 Gäste beim Neujahrsempfang in Berlin

"2016 war kein einfaches Jahr für die bremischen Häfen. Dennoch hat unser maritimer Logistikstandort die negativen Auswirkungen der internationalen Wachstumsschwäche gut verkraftet", sagte Bremens Wirtschafts- und Hafensenator Martin Günthner am Donnerstag (12. Januar 2017) bei einem Neujahrsempfang in Berlin. Etwa 150 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung waren der Einladung der Hafengesellschaft bremenports und ihres Partners TFG Transfracht gefolgt, um sich in der Bremer Landesvertretung in entspannter Atmosphäre auf das neue Jahr einzustimmen.
Redner beim Neujahrsempfang in der Berliner Landesvertretung (von links) : bremenports-Chef Robert Howe, Transfracht-Geschäftsführerin Berit Börke, Senator Martin Günthner sowie Dr. Oliver Errichiello und Dr. Arnd Zschiesche vom Hamburger Büro für Markenentwicklung
 
Als belastende Faktoren für die Entwicklung von Umschlag und Logistik nannte Günthner das verlangsamte Wirtschaftswachstum in China sowie die Einschränkungen im Handel mit Russland und die damit verbundene russische Rezession. Dennoch habe der Umschlag 2016 insgesamt leicht zugelegt – für Günthner der Beleg, "dass die Häfen in Bremen und Bremerhaven sich auf hohem Niveau behaupten und weiterhin eine gute Rolle im hartumkämpften Markt spielen". Das Gesamtergebnis lag an der Weser im vergangenen Jahr bei 73,8 Millionen Tonnen Seegütern (plus 0,5 Prozent), der Containerumschlag erreichte 5,5 Millionen TEU (plus 0,9 Prozent).
2016 habe es massive strukturelle Veränderungen in der Containerschifffahrt gegeben, sagte der Senator. "Die Insolvenz der Reederei Hanjin und der Verkauf von Hamburg Süd an den Weltmarktführer Maersk sind Belege für einen tiefgreifenden Umbruch. Gleichzeitig verstärken die wachsenden Containerschiffsgrößen den Druck auf die Häfen, ihre nautische Erreichbarkeit zu optimieren." Die Vertiefung der Außenweser-Fahrrinne habe deshalb große Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung Bremerhavens als viertgrößter europäischer Containerhafen.
Günthner erinnerte gleichzeitig an die umfangreichen Investitionen, mit denen Bremen seine maritime Infrastruktur modernisiert: "Aktuell wird der Hafenbahnhof Imsumer Deich in Bremerhaven von acht auf 16 Gleise erweitert und elektrifiziert. Direkt neben dem Container-Terminal setzen wir damit ein Ausbau- und Modernisierungsprogramm fort, das für die Hafeneisenbahn im Überseehafen Bremerhaven in diesem Jahrzehnt Investitionen von etwa 40 Millionen Euro umfasst. Schon heute wird bei uns jeder zweite Hinterland-Container auf der Schiene transportiert. Bremerhaven ist d e r Eisenbahnhafen, und diese Rolle wird mit unseren Investitionen weiter gestärkt."
Robert Howe, Geschäftsführer der Hafengesellschaft bremenports, machte anschließend deutlich, dass sich niemand von der jüngsten Flut schlechter Nachrichten verunsichern lassen sollte: "Ob Krieg oder Terror, ob Brexit oder Rechtspopulismus – Angst und Verunsicherung sind schlechte Ratgeber." Deutschland erweise sich als Fels in der Brandung: "Der starke Dollar beflügelt die Exporte, und der Wirtschaft – vor allem der Industrie – geht es so gut wie seit langem nicht."
Mittelfristig geht Howe von einem weiter wachsenden Seegüterumschlag im Land Bremen aus. Die Zwillingshäfen an der Weser seien darauf mit ihrer modernen Infrastruktur gut vorbereitet. Mit aktuellen Investitionen in den Ausbau des Standorts Bremerhaven – Erweiterung der Hafeneisenbahn und Bau einer neuen Westkaje am Kaiserhafen III – verbessere Bremen die Rahmenbedingungen für die maritime Wirtschaft weiter.
Auf bremenports komme 2017 erneut viel Arbeit zu, sagte Howe. Dies gelte zum Beispiel für die aufwendige Unterhaltung der öffentlichen Hafenanlagen und den maritimen Umweltschutz. Die Modernisierung der Schiffsflotte werde fortgesetzt und an ökologischen Erfordernissen ausgerichtet. Als großen Ansporn für die weitere Arbeit nannte Howe den ESPO Award 2016. Im Dezember wurde die Hafengesellschaft von der europäischen Hafenorganisation ESPO für die ökologische Aufwertung der Luneplate ausgezeichnet. Südlich von Bremerhaven hatten die Umwelt- und Landschaftsplaner die zentrale Ausgleichsfläche für Bremerhavener Hafenbauprojekte geschaffen – heute ist sie das größte Naturschutzgebiet des Landes Bremen.
Berit Börke, Geschäftsführerin der TFG Transfracht GmbH, berichtete beim Neujahrsempfang über die aktuelle Entwicklung des Unternehmens: "Wir freuen uns, dass wir im vergangenen Jahr etwa 910.000 TEU in unserem AlbatrosExpress-System bewegen konnten. Übersetzt sind das rund 11.000 Züge im Jahr oder 45 Containerzüge täglich. Das entspricht einem Wachstum von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Plus von 3,3 Prozent konnten wir über Bremerhaven realisieren."
Die im vergangenen Jahr gestartete AlbatrosExpress-Relation Erfurt habe sich sehr positiv entwickelt. Über die Terminals Erfurt, Riesa, Großbeeren und Leipzig habe TFG Transfracht 2016 etwa 125.000 TEU transportiert. Diese Terminals seien fünfmal die Woche an die großen deutschen Nordseehäfen angebunden, sagte die Geschäftsführerin. Um die Hinterlandlogistik ihrer Kunden optimal zu unterstützen, setze TFG Transfracht verstärkt auf Kooperationen. Ein Beispiel dafür sei der Standort Großbeeren, wo die AlbatrosExpress-Verkehre seit Dezember 2016 mit dem Einzelwagennetz der DB Cargo verknüpft werden.
Hinterlandlogistik erschöpfe sich nicht in "fahren, heben und senken", sagte Berit Börke. Man brauche dafür die passende Infrastruktur. Derzeit wird das Depot von DB IS in Großbeeren ausgebaut. Damit soll die Abstellkapazität dort von 2000 auf 2700 TEU erhöht werden.
In einem weiteren Vortrag stiegen Dr. Oliver Errichiello und Dr. Arnd Zschiesche anschließend tief ins Thema "Marke ohne Mythos" ein. Die beiden Experten vom Büro für Markenentwicklung (Hamburg) machten deutlich, warum die professionelle Markenbildung und -pflege für die Wirtschaft existenziell wichtig ist.
"Unser Alltag wird von Marken dominiert", sagte Zschiesche. "Die Marke ist der Motor, der alle Volkswirtschaften antreibt. Jede Marke lebt allein von ihrem Leistungsversprechen. Ohne eine solche Markenleistung hätten wir es mit völlig ungeordneten Märkten zu tun." Im Grunde genommen, so Zschiesche, stelle die Marke ein positives Vorurteil (des Kunden) dar. "Sie lebt davon, dass wir Gewohnheitsmenschen sind." Im Supermarkt zum Beispiel sei ein Einkauf ohne Markenkenntnis nicht möglich.
"Eine Marke bedeutet: Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen", formulierte Zschiesche. Wer die Marke stärken wolle, müsse mit seinen Werbemaßnahmen zunächst und vor allem auf die eigene Kundschaft zielen – das sei entscheidend für einen dauerhaften Erfolg.
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